Freitag, 23. August 2019, 19 Uhr:
Lesung mit Reinhard Kuhnert

Autorenlesung Reinhard Kuhnert „In fremder Nähe“

Warum dann flie­hend halb und halb ver­trie­ben, ist mir das fremd­ge­w­ord­ne Land so nah geblie­ben.“

Mitte der Achtzigerjahre. Berlin und ganz Deutschland teilt eine Mauer. Elias Effert ist Theatermann: Stückeschreiber, Regisseur, Liedermacher. Gerade haben ihm die Kunstwächter in der DDR gesagt, dass sie ihn nicht brau­chen. Er kann gehen. Nur einer holt ihn auf dem Bahnsteig in Westberlin mit Blumen ab: Joachim, Chef eines gro­ßen Westberliner Theaters. Er will hel­fen. Aber Effert ist skep­tisch und hält sich an Caroline, eine West-Freundin, die er aus Zeiten als erfolg­rei­cher Ost-Künstler kennt. Sie ist bereit, ihn auf­zu­neh­men. Doch er will und kann sich nicht ent­schei­den, so wählt sie einen ande­ren, einen Freund von Effert. Ihm ist wich­ti­ger, dass er mit sei­nen Texten wie­der gefragt ist. Erste Erfolge stel­len sich ein, doch er erlebt auch die Schwierigkeiten, ein Westler zu wer­den. Die Nähe fühlt sich fremd an. Am Ende öff­net sich uner­war­tet ein ande­rer Weg für Effert.

Reinhard Kuhnert, der als einer vom Jahrgang 1945 vie­le Geschichten aus der DDR und aus dem Westen vor dem Mauerfall erlebt hat und in ihnen selbst Akteur war, macht aus die­sen Geschichten einen Künstlerroman, der in auf­re­gen­den Zeiten unse­res Landes spielt – als es geteilt war und von einer fried­li­chen Revolution wie­der zusam­men­ge­führt wur­de.
Reinhard Kuhnert stu­dier­te an der Theaterhochschule und am Literaturinstitut Leipzig. Er arbei­te­te als Schauspieler, Regieassistent und Regisseur an Theatern der DDR und spä­ter, nach sei­ner Übersiedlung Mitte der Achtzigerjahre, in Westberlin sowie in Luxemburg, Irland und Australien. Reinhard Kuhnert schreibt für das Theater, für Funk und Fernsehen, aber auch Prosa und Texte in Versform. Von 1994 bis 2007 leb­te er auch in Galway/​Irland, war dort zeit­wei­lig Gastdozent an der Universität sowie 2006 Gastdozent an der Universität und dem Victorian College of Arts Melbourne. 1999 erhielt er den Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin, 2017 die Goldene Schallplatte als Erzähler der Hörbücher „Game of Thrones“.

Weitere Infos: www.mirabilis-verlag.de

Die Lesung fin­det im Café BRIX unse­rem Laden gegen­über statt.
Eintritt: 5,00 Euro